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Bike & Hike entlang der Windach

Aktualisiert: Mai 25

Etwas westlich des Ammersees, quasi direkt an der A96 liegt das Dorf Windach. Diese kleine Siedlung ist dreh und Wendepunkt einer sehr schönen und für jedermann machbaren Tour entlang des gleichnamigen Flusses: Windach. Die Route führt uns über sechs Kilometer mal am Fluss entlang, mal durch den Wald vom Örtchen Unterfinning bis nach Windach. Wieder zurück kommt man meiner Meinung nach am besten mit dem Fahrrad. Obwohl die Route von München aus super zu erreichen ist, scheint sie wenig bekannt zu sein. Selbst meinen Eltern, die eigentlich alles im Münchner Umland kennen, war diese Tour neu.

Der Wanderweg entlang der Windach im Frühling
Der Weg entlang der Windach

Anfahrt:

Von München geht es also über die A96 bis Windach, wo ich nur empfehlen kann, Fahrräder zu deponieren. Grundsätzlich kann man zwar auch von Windach aus wieder zurück zum Ausgangspunkt laufen, die Route durch den Wald ist aber recht eintönig. Wer den Rückweg also schneller hinter sich bringen will, der nutzt am besten den Drahtesel. Die Route führt dauerhaft über gut instand gehaltene Forstwege, somit reicht auch ein schottertaugliches Stadtfahrrad. Danach geht es weiter bis zum Ort Unterfinning. Hier kann direkt an der Windachbrücke geparkt werden. Sollte im Ort alles belegt sein, kann man auch bis zum Windach Stausee weiterfahren. Hier gibt es genügend Parkplätze und die Tour verlängert sich dadurch nur unwesentlich.

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Tour:

Von Unterfinning aus folgen wir dem "Grottenweg" immer direkt an der Windach entlang. Der zeigt auch gleich von Anfang an, was man von der Tour im Frühjahr erwarten muss: jede Menge Matsch. Ich kann nur empfehlen, die Route mit guten Wanderstiefeln anzugehen, oder aber sich nicht unbedingt wie wir den Frühling auszusuchen. Im Winter, nach langen Frostperioden oder im Sommer während längerer Schönwetterfenster dürfte der Weg mit deutlich saubereren Schuhen zu schaffen sein. Dann verpasst man allerdings die Eindrücke einer frisch erwachenden Frühlingslandschaft entlang des Baches. In unserem Falle schlugen die sie vor allem in ganzen Feldern von Märzenbechern zu Buche, die sich tapfer im gerade noch einmal gefallenen Neuschnee hielten. Wer also Ähnliches entdecken will, der bringt am besten knöchelhohe, wasserdichte Wanderschuhe und keine Angst vor ein wenig Dreck mit.

Die Grotten-Kapelle mit Maria-Statue am Wanderweg
Die Grotten-Kapelle

Aber zurück zur Tour. Die führt uns als erstes vorbei an einer Wiese mit grasenden Hochlandrindern und nach links durch ein kleines Tor zu einer Grotte mit Marienstatuen. Die ist auf jeden Fall einen kurzen Besuch wert. Gleich im Anschluss folgt eine Brücke ans Ostufer der Windach und danach ein recht Langer abschnitt an einem Feld entlang. Wenn wir schließlich den Jägerstand passieren, verwandelt sich der Forstweg zu einem Trampelpfad und auch die Windach scheint wilder und ursprünglicher zu werden. Der Pfad teilt sich immer wieder in verschiedene Verästelungen, mal direkt am Fluss, mal am etwas höher gelegenen Ufer oder gleich ganz außer Sicht des Baches durch den Wald. Hier bleibt es unserem eigenen Abenteuergeist überlassen, welchen der Wege wir schlussendlich wählen. Um einmal meine Erfahrungswerte zum besten zu geben: Je näher am Fluss, desto matschiger sind die Wege. Und in der Tat finden sich hier sogar kleine Sumpfabschnitte, denen es auszuweichen gilt.

Die ersten Märzenbecher blühen im Schnee am Rand des Wanderweges
Märzenbecher im Schnee

Allerdings steigt auch genau in Umgebung dieser kleinen Moorstellen die Chance auf die schon erwähnten Märzenbecher Wiesen an. Es gilt also immer mit wachem Auge durch das Flusstal zu wandern. Doch auch so gibt es mehr als genug zu entdecken. Mal laufen wir an Feldern von Schachtelhalmen vorbei, die sogar im Winter wunderbar grün sind, und immer wieder müssen wir umgestürzte Bäume übersteigen. Selbst die Moorweiher, mit braunem Schilf noch unter ihren dünnen Eisdecken gefangen, können ein verwunschenes Bild abgeben.

Der Fluss Windach im Frühling, an dem der Wanderweg entlang führt.
Die Windach

Der Weg unterdessen wird mal breiter und mal schmaler. Gelegentlich laufen wir auf Forststraßen, dann wieder auf fußbreiten Trampelpfaden und egal wo ständig müssen wir Pfützen mit Schmelzwasser und durch ebensolches gebildete Schlammlöcher ausweichen. Schlussendlich erreichen wir aber einen mit Schildern markierten Forstweg, auf den wir scharf links in Richtung der Windach abbiegen. Hier gelangen wir zu einer Holzbrücke, die mehr als nur Marode aussieht und sich beim Überschreiten auch so anfühlt. Vermutlich deshalb ist das betreten dieser Brücke durch Schilder verboten. Für Wanderer im Sommer gibt es gleich neben dem Steg eine kleine Furt, die dann sicher gut passiert werden kann, zu allen anderen Jahreszeiten bleibt jedoch als einzige Option die Brücke selbst. Den Fluss zu überqueren ist hier auch nicht zwingend notwendig, da auf beiden Seiten Wanderwege entlangführen und so kann ich jedem nur seine eigene Risikobewertung empfehlen.

Die alte Holzbrücke, die die Wanderer über den Fluss führt
Die Holzbrücke, von der Furt aus gesehen

Wir haben auf jeden Fall die Querung gewagt und sind danach auf einem kleinen Trampelpfad am Westufer weiter gelaufen. Der war noch matschiger als alles andere, und obwohl dieser Weg landschaftlich sehr schön bis in die Stadt Windach hineinführt, haben wir uns bei erster Gelegenheit dazu entschieden, den Fluss zu verlassen. Wir haben eine etwas besser gangbare Forststraße bis ins Dorf hinein genutzt. Dort liefen wir dann noch bis zum Schloss Windach, wo unsere Räder schon angestellt waren.

Die letzten Meter des Wanderweges führen auf einem Forstweg direkt nach Windach hinein
Der Forstweg kurz vor Windach

Mit den Fahrrädern geht es zurück zur Windach und mit der ersten Brücke auf den "Forellenweg". Diesem können wir ein kurzes Stück entlang des Ostufers des Flusses folgen, bis wir nach rechts abbiegen und nun den Mühlbach entlang flussaufwärts fahren. Sobald wir dann auch nach links auf die "Mühlbachstraße" abbiegen, gilt es den härtesten Anstieg der Tour zu bezwingen. Der ist zwar nicht steil, dafür aber recht lang und endet, sobald wir leicht rechts auf die "Lindenstraße" auffahren. Ab hier ist die Wegfindung trivial, denn wir müssen jetzt nur noch den grün-weißen Radwegschildern folgen, die uns ganz von selbst nach Unterfinning leiten. Fitte Radler brauchen für die Strecke circa 30 Minuten. Zwischendrin gibt es noch eine Sehenswürdigkeit, die Erdwälle der Burgruine Finning, errichtet zu Zeiten von Karl dem Großen.

Auf der Strecke, die man gut mit dem Mountainbike zurücklegen kann, gibt es auch einen kleinen Rastplatz nahe einer alten Burgruine
Ein kleiner Rastplatz nahe der Burgruine

Selbst wenn man hier stoppt, ist man doch sehr schnell wieder am Ausgangspunkt und kann sich nach einem kurzen, entspannten Wochenendausflug auf den Weg zurück nach München machen.


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