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Das Ende von Adventtour.net

Aktualisiert: Aug 31

www.adventtour.net ist ein Projekt, in das ich während der Pandemie so viel Zeit investiert habe, dass ich schon fast von einem zweiten Job sprechen kann. Ein ganzes Jahr lang habe ich jede Woche neuen Content gepostet.


Seit Anfang 2020 habe ich 65 Blogs erstellt, 837 Bilder bearbeitet, 465 Zeilen HTML Code selbst geschrieben, 40 GPS-Tracks aufgezeichnet und bereinigt und 27 Videos geschnitten.


Wie viele Arbeitsstunden in dieser Fülle an Content stecken, lässt sich nur schwer mutmaßen. Ich halte es für keinerlei Übertreibung, dass die Stundenzahl näher an einem Vollzeit- als an einen Teilzeitjob heran kommt. Als Beispiel würde ich hier gerne einmal das Timetracking meiner Überschreitung der Zwölf Apostel zeigen.


Planung Tour: 12.06.2021 - 1h
Anfahrt: 13.06.2021 - 2h 30
Wanderung: 14.06.2021 - 10h
Abfahrt: 14.06.2021 - 3h
Sichtung Videos: 14.06.2021 - 1h 45
Schneiden Videos: 15.06.2021 - 4h
Blog schreiben: 15.06.2021 - 5h 30
Bilder bearbeiten: 15.06.2021 - 1h
Backend nach Upload: 16.06.2021 - 1h
30h 45

Und das alles in einer Woche, in der ich nebenher noch ganz regulär in einem Vollzeitjob gearbeitet habe. Dass ein gewisses Maß an Zeitaufwand hinter meiner Webseite steht, das ist den meisten Lesern, so hoffe ich, durch die Qualität ersichtlich. Die schiere Menge der Arbeitsstunden dürfte aber für die meisten ein Schock sein. Und ich bin nur deswegen nicht davon überrascht, weil ich den Wert bereits kannte. Denn einer der Dinge, die ich im letzten Jahr gelernt habe, ist meine Zeit besser zu tracken. Aber ich greife mir vor.


Würde man mich fragen, warum ich begonnen habe an meiner Webseite zu arbeiten, würden meine Antwort sehr vielfältig ausfallen. Diese wäre ganz und gar abhängig davon, zu welchem Zeitpunkt innerhalb des letzten Jahres ich mich mit dieser Fragestellung hätte beschäftigen müssen. Vom Weg in die Selbstständigkeit bis zu einer Freizeitbeschäftigung habe ich fast jede Antwort einmal gegeben. Vielleicht konnte ich auf Nachfrage nie ein ganz konkretes Ziel nennen, weil ich mich bewusst wie unbewusst niemals vollständig auf eines festgelegt hatte. Diese Tatsache allein macht es nicht wirklich einfacher, ein Post-Mortem für dieses Projekt zu schreiben. Und noch schwieriger wird es dadurch, dass dieses nicht nur für mich selbst Sinn ergeben soll, sondern auch den geneigten Leser nicht zu Tode langweilen. Am besten also von Anfang an:


Der Anfang

Vom Urknall aus gesehen passierte (für dieses Projekt) lange Zeit nichts relevantes, bis sich irgendwann ein vollkommen unbedeutender Ball aus Erde und Wasser in einem entfernten Ausläufer des vollkommen aus der Mode gekommenen westlichen Spiralarmes der Galaxis bildete – zufällig genau im richtigen Abstand zum nahe gelegenen, eher mickrigen Stern. Ich erwähne dieses Ereignis deswegen, da sein Eintreten oder Nicht-Eintreten durchaus signifikante Auswirkungen auf das Verfassen dieses Blogs gehabt haben dürfte. Spätestens jedenfalls, als die vom Affen abstammenden humanoiden Bewohner diese Planeten die erste digitale Armbanduhr erfanden (und diese lange Zeit für eine unglaublich tolle Erfindung hielten) war die Veröffentlichung von www.adventtour.net kaum noch abzuwenden. Ein paar Jahrzehnte nachdem der Zusammenhang zwischen digitalen Armbanduhren, Weltraumreisen und Handtüchern vollständig erklärt worden war, begab es sich, dass ein neuartiges Virus seine Reise um den Erdball begann. Und damit unsere Geschichte endlich ein wenig Fahrt aufnahm.


Wobei Fahrt aufnehmen vielleicht die etwas falsche Formulierung ist, war doch der Covid-Ausbruch eher das Ende meiner Schifffahrtskarriere. Mit dem Stillstand der globalen Kreuzfahrtindustrie ging auch mit mir nicht mehr viel voran. Mit 100 % Kurzarbeit musste ich plötzlich zurück zu meinen Eltern ziehen. Und meine alte Heimat München, die für mich in den letzten Jahren eigentlich nur noch Urlaubsdestination gewesen war eröffnete sich mir auf einmal vollkommen neu. Und ich tat etwas, dass in der vorangegangen Zeit für mich fast ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Ich entspannte mich. Ich chillte sogar sehr viel. Wie ein Verhungernder, mit einem plötzlichen Übermaß an Nahrung konfrontiert, essen kann bis ihm schlecht wird, so habe ich es mit der Gemütlichkeit deutlich übertrieben. Auf der Couch liegen, Videospiele spielen, Chips futtern kann schön sein, doch im übertriebenen Maß ist es der Beginn einer selbstverstärkenden Abwärtsspirale. Nach fünf Jahren unter quasi militärischem Regiment hatte ich auf einmal zu viel Zeit und zu wenig Struktur. Es dauerte etwa vier Wochen, dann erkannte ich, dass ich die Notbremse ziehen musste. Entweder ich würde mir selbst Beschäftigung und Struktur verschaffen oder ich würde ein Fall für den Psychiater werden.


Einige Dinge waren dazu geeignet: Das erste war meine Webseite, www.adventtour.net die ich ein Jahr vorher ohne Ziel und ohne Plan erworben hatte und auf der bis dato sage und schreibe drei Posts veröffentlicht waren. Schnell hatte ich mir selbst ein paar Regeln gesetzt. Ich wollte jede Woche etwas auf meiner Webseite veröffentlichen. Egal ob Bilder-Blogs oder technische Änderungen, solange es ein paar Stunden konzentrierte Arbeit verlangen würde.

  • Ich wollte alle meine Posts auf Englisch schreiben

  • Ich wollte Posts über meine Abendteuer in freier Natur schreiben und mich so dazu motivieren öfter nach draußen zu gehen

Somit war die Grundlage geschaffen, auf der ich mein nächstes Jahr aufbauen würde. Und auch wenn die Zielsetzungen meines Projektes mit jeder erfolgreich bewältigten Woche in immer luftigere Höhen stiegen, im Grunde blieb das ganze doch nur eine ausgeklügelte Beschäftigungstherapie. Die erwähnte dünne Höhenluft sollte noch zum Problem werden. In der Start-up-Szene nennt man das Phänomen „Feature-Creep“. Dieser Effekt tritt ein, wenn Finanzierungsrunden großzügiger ausfallen als erhofft, die zusätzlichen Mittel direkt in eine Erweiterung des ursprünglich angedachten Produktes gesteckt werden. Schlussendlich scheitert dann die (anfangs gute) Idee, weil sie aufgrund der zusätzlichen Anbauten so komplex geworden ist, dass eine Umsetzung egal mit welchen Mitteln nicht mehr möglich ist. Aber ich greife mir vor, denn bevor wir beim Ende ankommen, müssen wir uns erst einmal mit dem Mittelteil beschäftigen. Und mit einem weiterem Faktor der Struktur in mein Leben brachte.


Der Faktor Mensch

Es gab noch einen zweiten Faktor, der mir half mehr Struktur in mein Leben zu bringen. Und das war der Faktor Mensch. Zwei Freunde sind für mich in dieser Zeit elementar gewesen. Daher komme ich nicht umhin ihnen hier eine kurze Lobeshymne zu widmen.


Ich habe im Großen und Ganzen ein Problem mit Motivation. Habe ich einmal eine Aufgabe (wie etwa Sport) begonnen, dann habe ich sehr viel Spaß daran. Das Beginnen einer solchen Mission aber ist genau der Teil, der mir Schwierigkeiten bereitet. Zum Glück habe ich für mein Problem eine Lösung und die hat einen Namen: Clemens Pfeiffer Galvez. Mit keinem anderen Menschen habe ich mich in den letzten Jahren so viel getroffen wie mit ihm. Egal ob Training für einen Iron-Man, eine recht spontane Radtour über die Alpen oder zahlreiche Ausflüge zum Kajakfahren und Mountainbiken. Die treibende Kraft dahinter war meistens Clemens. Er hat einmal zu mir gesagt, dass er gerne mit dummen Ideen zu mir kommt, weil ich zu ihnen meistens Ja sage. Ich wiederum lasse mich leicht von Clemens zu etwas überreden, weil ich weiß, dass er mich genug antreiben kann, um diese Projekte tatsächlich durchzuziehen. Ich kann nicht genau sage wie oft ich aus einem Mangel an Motivation heraus schon einen Tag als trainingsfrei deklariert hatte, nur um dann von Clemens noch zu einer Runde Rennrad, einer Laufeinheit oder einem kurzen Kajakausflug motiviert zu werden. Aber ich kann vermuten, dass solche Tage sehr häufig waren. Und am Ende war es unser rigoroser Trainingsplan, der mir in dieser Zeit eine Menge zusätzlicher Struktur verschafft hat. Und unsere zahlreichen Ausflüge lieferten den Content für meinen Blog.

Eine Regel für Kreative besagt, dass man niemals das Feedback von Freunden und Familie für seine Projekte einholen sollte. Oder zumindest nicht seine Ideen nach diesen Rückmeldungen anpassen. Der einfache Grund dafür ist, dass diese Menschen, eben weil sie uns kennen und gern haben, eine Tendenz aufweisen unangebracht positives Feedback zu geben. Es existiert aber eine Person, die Ausnahme zu dieser Regel, ohne den www.adventtour.net nicht der Erfolg geworden wäre, der er heute ist. Ich rede von meiner Freundin Isabelle Wilke. Abseits von mit selbst ist sie wohl der Mensch, der am meisten Arbeit in dieses Projekt gesteckt hat. Unteranderem hat sie mir meine Logos entworfen und geholfen meine Webseite grafisch zu vereinheitlichen. Doch nicht nur das: sie hat mich auch immer wieder ermutigt an dieser Idee weiterzuarbeiten und stand mir dabei stets verständnisvoll zur Seite. In Anbetracht des oben erwähnten Zeitaufwandes kann ich mir nicht vorstellen, wie schwierig das manchmal gewesen sein muss und ich bin ihr unendlich dankbar dafür. Und Isabelle hatte Anteil daran, dass ich www.adventtour.net nach einem Jahr als für mich erfolgreiches Projekt bezeichnen kann. Die ausführliche Begründung gibt es später im Text, aber ein Grund ist, dass sich meine Fähigkeiten im Schneiden von Videos über das letzte Jahr massiv gesteigert haben. Dies ist aber keineswegs mir zuzuschreiben, sondern einzig und alleine Isabelles Verdienst, da sie mich mit Ratschlägen, Tipps und fairer Kritik immer in die richtige Richtung gepusht hat. Ohne meine Freundin wäre dieses letzte Jahr sicher anders verlaufen. Es macht mich glücklich in dieser Zeit die Gewissheit bekommen zu haben, sie als meine zukünftige Ehefrau bezeichnen zu können.


Freunde sind, so zumindest in meinem Fall, die halbe Miete und kaum etwas lässt mich optimistischer in meine Zukunft sehen, als das Wissen mich auf diese beiden Menschen verlassen zu können.


Feature Creep

Nach den überschwänglich positiven Lobeshymnen auf die zwei besten Menschen in meinem Leben ist es nun an der Zeit, wieder einen bedeckteren Tonfall anzuschlagen. Immerhin impliziert die Bezeichnung „Post Mortem“, dass hier etwas zu Grabe getragen wird. Den Zustand der Ernüchterung zu erreichen, dürfte für mich aber in Anbetracht des aktuellen Themas keine große Herausforderung werden. Immerhin geht es hier um eine Verkettung von Umständen, die überhaupt erst unsere Versammlung am Grab notwendig machten. Meine Webseite begann recht ziel- und planlos. Ein Stück Content pro Woche war die Lösung. Und genau so breit wie dieser Satz interpretierbar war, fächerte sich dann auch meine Beiträge auf. Bildergalerien, Wandertouren, alte Erlebnisse, ein Handbuch für Reiseleiter und Kurzgeschichten zu meinen Tagen an Bord. Doch wie das Jahr voranschritt, so veränderte sich auch die Form meines Blogs. Weil ich bemerkte, dass meine Posts zu Wanderungen und Mountainbike-Touren am meisten geklickt wurden, schrieb ich bald kaum noch andere Beiträge. Zu den Blogs gesellte sich dann eine interaktive Karte, um alle meine Abenteuer darzustellen. Während ich die anfangs noch als komplette Applikation inklusive benutzerfreundliche Oberfläche eingekaufte, entschied ich mich bald (nach einem Blick auf die erste horrende Rechnung der jährlich zu bezahlenden Lizenzgebühren) die Karte mit der Open Source Lösung von Leafelet selbst zu coden. Das ich HTML-Code zum letzten Mal vor etwa zehn Jahren im Informatikunterricht gesehen hatte, erwies sich dabei erfreulicherweise als überraschend unbedeutendes Hindernis. Mit dem Wechsel zu einem Content-Fokus auf Wanderungen in Süddeutschland ergab aber auch die Webseitensprache Englisch nicht mehr viel Sinn.

<script>


var map = L.map('map',{scrollWheelZoom:true}).setView([48.099215, 11.573166], 12);


L.tileLayer('https://{s}.tile.openstreetmap.org/{z}/{x}/{y}.png', {

attribution: '&copy; <a href="https://www.openstreetmap.org/copyright">OpenStreetMap</a> contributors'

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<!-- THE CIRCLE -->

var MarkerHike = L.marker([48.101273, 11.547040]).bindPopup('<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://www.adventtour.net/post/wandern-von-thalkirchen-nach-schäftlarn">Wandern - Von Thalkirchen nach Schäftlarn</a>').addTo(map);

Ein Stück Code aus meiner Karte


Die Umstellung meiner Website von Englisch auf Deutsch gehörte ohne Zweifel zu den frustrierensten Erfahrungen, die ich bis heute hatte. Aufgrund diverser Probleme im Backend war meine Problemlösung für das Umschalten von Sprachen ein zusammengewürfelter Mix aus amateurhaften Hotfixes. Und als wix.com, den ich als Webseiten-Builder nutze, endlich ein Update mit einer guten Zwei-Sprachen-Lösung veröffentlichte war mein selbst geklöppeltes System an Komplexität schon so weit gewachsen, dass eine Migration zur integrierten Lösung von Arbeitsaufwand gleichbedeutend mit einem Anfang bei Stunde null gewesen wäre. Nachdem ich einige Wochen mit rauchendem Kopf vor meinem Computer verbracht hatte, tat ich das einzig Vernünftige: Ich entschied mich Updates für die englischsprachige Version von www.adventtour.net einzustellen. Sie existiert allerdings immer noch versteckt hinter ein paar Links. Zum einen weil ich bis heute bei weitem nicht alles an Content auf Deutsch übersetzen konnte zum anderen aber weil einige der englischen Posts auch jetzt noch überraschend häufig geklickt werden. Was ich durch die wegfallende Übersetzung an Zeit gewann verlor ich sofort wieder, als ich begann mich ernsthaft mit dem Thema SEO zu beschäftigen. Seine Website für Google zu optimieren ist ein überraschend zeitaufwendiges Unterfangen. Insbesondere wenn man einen Backlog von fast sechs Monaten auf einmal abarbeiten möchte.

Meine Getrackten Stunden im Juni

Mit der verbesserten Seach Engine Optimization kamen mehr Besucher. Und mehr Arbeit für mich. Diese mal in der Form von Social Media Profilen auf Facebook, Instagram und Komoot. Interessanterweise hatte übrigens Komoot den besten ROI von all diesen Seiten. Das Management dieser Profile war für mich aber dann ein erneuter Zeitfresser. Und als ich nun zusätzlich anfing wöchentlich YouTube-Videos zu posten, war ich endgültig beim Zeitaufwand eines Vollzeitjobs angekommen. Das ließ sich zwar noch gerade so neben meinem richtigen Vollzeitjob stemmen, aber auch nur auf der heißen Nadel genäht und solange wirklich alles nach Plan lief. Sobald das erste Mal ein paar Stunden unerwarteterweise nicht mit Arbeit gefüllt werden konnten, kam ich eigentlich ins schwimmen. Und nur ein Backlog aus mehreren, schon teilweise erstellten Posts, rettete mich über den Verzug der nächsten Wochen. Und als dieser schlussendlich aufgebraucht war, passte das praktischerweise genau zusammen mit einer zeitaufwendigen Schulung, die ich in Norddeutschland hatte. Und somit konnte ich zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr meinen Zeitplan nicht mehr halten.


Erfolg trotz Scheitern

Ein Projekt für gescheitert zu erklären, weil ein einziges Mal der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte, mag übertrieben erscheinen. Aber wer das letzte Kapitel aufmerksam gelesen hat der wird eben erkennen, dass es nicht nur um die verpasste Deadline geht. Ein Zeitplan, der von einigen recht unbedeutenden Ereignissen komplett aus der Bahn geworfen werden kann, der ist schon in der Planungsphase gescheitert.


Und obwohl also das Einstellen meiner wöchentlichen Posts im Grunde ein Scheitern ist, werte ich das Projekt www.adventtour.net für mich trotzdem als Erfolg. Und dafür gibt es eine Begründung: Ein Konzept namens „Deliberate Practice“. Etwas gezielt zu üben, seine Fähigkeiten in einem Bereich bewusst zu trainieren scheint eine Idee zu sein, die eher den Sportlern unter uns vorbehalten ist. Wer aber geistige Arbeit leistet, der kann seinen Versand genauso trainieren wie ein Marathonläufer seine Beine. Und nicht mehr und nicht weniger habe ich im letzten Jahr getan. Ich war die längste Zeit meines Lebens jemand der nur geschrieben hat, wenn er die Inspiration dazu hatte, was eine fürchterlich ineffiziente Methode ist.


Die Inspiration ist flüchtig wie ein scheuer Vogel. Und selbst wenn man sie einmal zu fassen bekommt, dann ist noch lange nicht garantiert, dass man in diesem Moment auch tatsächlich etwas schreiben kann. Man wird einem Vogel nicht nahekommen, indem man ihm laut lärmend nachjagt. Und genau so wenig wird er uns von selbst in den Schoß fliegen. Wer aber bei schönem Wetter auf seiner Fensterbank ein paar Körner auslegt, der wird überrascht sein wie schnell ganze Vogelscharen bei im eintrudeln. Hier konnte ich mich, dank viel Übung, über das Jahr hinweg transformieren. Mittlerweile kann ich mich vor den Computer setzten und anfangen zu schreiben. Egal ob ich keine Lust darauf habe, oder ob mein Verstand leer gefegt ist, oder ob ich andere Dinge im Kopf habe. Wie ein Vogelbeobachter seine Körner auslegt, mache ich das Gleiche mit meinen ersten Sätzen und neun von zehn Fällen kommt die Inspiration dann von selbst angeflattert. In einem von zehn Fällen sitze ich zwar für eine halbe Stunde frustriert vor meinem Computer, doch im Allgemeinen konnte ich die Zahl meiner produktiven Schreibtage von etwa 15 – 20 Pro Jahr auf gute 250 steigern.


Dieser Wert für sich alleine würde meine Webseite schon zu einem vollen Erfolg für mich machen. Aber es ist eben nicht der einzige Punkt, in dem ich Fortschritte erzielt habe. Durch meine Arbeit mit www.adventtour.net habe ich mir in folgenden Bereichen neues Wissen angeeignet, oder bestehende Fähigkeiten durch mehr Übung festigen können: Bildbearbeitung – Rechtschreibung – SEO – Google Analytics - Videoschnitt – Farbkorrektur von Videos – HTML Coding – YouTube Algorithmus – Grafic Design – Tonaufnahmen – Arbeit mit Adsense – Facebook Ads – Instagram Ads – Webdesign.


Man sieht also, das Bearbeiten meiner Webseite hat mich in vielen Themengebieten sinnvoll vorangebracht. All die Fähigkeiten die ich über das letzte Jahr neu erlernt oder verbesserte habe, sind solche, die mich auch bei zukünftigen Projekten voranbringen dürften. Ich habe also schon einige Gründe, um meiner nächsten Idee optimistisch entgegenzusehen. Aber es wird noch besser.

Denn über das letzte Jahr habe ich vor allem eines gelernt: Ich weiß heute besser als jemals zuvor, welchen Triggern ich mich aussetzen muss, um konzentrierte Arbeit zu beginnen. Ich konnte mein System so weit überarbeiten, dass ich mir heute „20:00 - 22:00 Blog Schreiben“ in meinen Terminkalender eintragen kann und diesen Zeit Slot auch mit relativer Sicherheit wahrnehmen werde. Eine genaue Beschreibung dieses Systems führt hier sicher zu weit, doch ich halte mir diese für einen späteren Blog vor.


Die Zukunft

Ich werde www.adventtour.net beibehalten und auch weiter updaten. In unseren modernen Zeiten kann es nichts schaden eine digitale Arbeitsprobe seiner Fähigkeiten online verfügbar zu haben. Die Frequenz meiner Posts wird jedoch dramatisch zurückgehen. Nach meinem neuen Zeitplan möchte ich etwa einen Post pro Monat veröffentlichen. Die Betonung liegt dabei auf circa, denn ich halte mir längere wie auch kürzere Abstände vor. Meine Webseite wird vom Status eines Projektes zu dem eines Hobbys degradiert. Der zentrale Unterschied dabei ist, dass ein Hobby nicht erfolgreich sein muss, und einem gegenüber niemanden zur Rechenschaft verpflichtet. Somit kann ich künftige Posts mit deutlich mehr Ruhe angehen.


Und noch etwas ändert sich: Ich möchte mehr Fokus auf die Qualität meiner Blogs legen. Das bedeutet für mich mehrere Entwürfe zu verfassen, Passagen neu zu schreiben und mich nicht mit einer „Geht schon, passt schon“ Einstellung zufriedenzugeben. Zu den Projekten die abseits von Adventtour.net meine Freizeit fressen werden kann ich an dieser Stelle noch nichts sagen, außer einem kryptischen Hinweis: Es wird wieder einmal Zeit die Komfortzone zu verlassen.

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