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  • Niklas Kääb

Masinger Schlucht, Kloster Andechs und Bayrisches Voralpenland mit dem Mountainbike



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You can download the GPS Track here

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Mit dem kurzen Zwischenfrühling der letzten Tage kam auch die Gelegenheit, sich mal wieder abseits von Schusters Rappen sportlich zu betätigen. Und in meinem Fall hieß das, mein Mountainbike aus dem Keller zu hohlen und mich an einer schon etwas länger geplanten Fahrradtour zu versuchen. Und besagte Tour hat tatsächlich all meine Erwartungen übertroffen, was mich letztendlich dazu motiviert hat, euch diese auf meinem Blog zu präsentieren.

Kurz gesagt, es ist ein schöner Mix gewesen, landschaftliche Highlights, gemixt mit kulturell interessantem. Eine sportliche Herausforderung, die aber immer noch für viele Alltagsradler realistisch sein solle. Und natürlich spaßige Passagen für das Mountainbike auf einer Tour, die grundsätzlich jedoch auch mit jedem schottertauglichen Fahrrad möglich sein sollte. Und dann ist die Route von München aus auch noch gut zu erreichen. Mit dem Auto in ca. einer halben Stunde und mit der S-Bahn nach Starnberg fast ebenso schnell. Alles in allem haben wir also eine Tour, die uns den perfekten Start in die Mountainbike-Saison beschert.

In der Maisinger Schlucht

Wer, wie in meinem Fall mit dem Auto anreist, der startet am besten vom Wanderparkplatz Maisinger Schlucht, kurz vor dem Ortseingang Maising. Von hier geht es direkt bergab und zum ersten Landschaftlichen Highlight der Tour, der Fahrt durch besagtes Tal. Der kleiner Maisinger Bach schlängelt sich durch eine tief eingeschnittene Waldschlucht dem Starnberger See entgegen. Und wir fahren auf einem schönen breiten Schotterweg genau neben dem Strom durch das verwunschene Tal. Radfahrer sollten hier besonders bei den Bergabstücken und scharfen Kurven mit Vorsicht vorgehen. Die Schlucht ist eine beliebte Wandertour und dementsprechend viele Leute können hier unterwegs sein.

Fahrtechnische Herausforderungen gibt es keine, der Schotterweg ist durchgängig gut fahrbar. Nur einmal muss der Bach auf einer schmalen Brücke ohne Geländer auf der linken Seite gequert werden. Besonders vorsichtige Zeitgenossen kommen hier vielleicht in die Versuchung zu schieben. Wenn wir die große Straßenbrücke der Staatsstraße unterqueren, ist dies das erste Zeichen, dass es bald vorbei ist mit der Schlucht. Nachdem wir noch einmal auf das flussabwärts gesehen linke Ufer des Baches queren, haben wir die Möglichkeit, einem schönen Pfad direkt am Flussufer zu folgen. Dieser führt uns wieder zu einer Brücke und einer weiteren kurzen Abfahrt. Hier gibt es sogar einen kleinen Sprung, den wir natürlich unter besondere Rücksicht auf Wanderer mitnehmen können. Kurz darauf können wir noch ein letztes Mal den Maisinger Bach queren, um am anderen Ufer die kleine Marienkapelle zu bestaunen. Hier ist ein guter Ort, um eine Pause einzulegen und uns für den kommenden Anstieg zu stärken.

Die kleine Marienkapelle

Schon in der Anfahrt auf das Starnberger Wasserwerk sehen wir unseren Weg den linken Schluchthang erklimmen. Diese kämpfen wir uns eine kurzes Stück bergauf, bis wir links auf den noch steileren „Alten Berg“ abbiegen. Dem folgen wir nach oben, bis wir auf die Andechser Straße treffen. Kaum auf der etwas mehr befahrenen Straße angekommen, können wir rechter Hand schon unser nächstes Ziel sehen. Auf einem Hügel steht dort ein sandfarbener Rundturm mit rotem Ziegeldach und einem Kreuz an seiner Spitze. Es ist der sogenannte Prinzenturm. In diesem wurde 1875 der bayrische Prinz Carl Theodor, der jüngere Bruder von König Ludwig I, bestattet. Ebenso wurden seine beiden schon früher verstorbenen Ehefrauen dort mit ihm zu ihrer letzten Ruhe gebettet. Durch ein kleines Tor können wir auf einen Schotterweg gelangen, der uns den Berg hinauf zu dem Mausoleum bringt. Von dort haben wir einen absoluten Traumblick über das Voralpenland und einige Bänke, um die Aussicht ausführlich genießen zu können.

Danach geht es auf demselben Weg bergab und durch Söcking hindurch, bis wir den Radweg neben der Andechser Straße erreichen. Kurz nach dem Ortsausgang queren wir die Staatsstraße und haben eine schöne Abfahrt, die uns zügig Richtung Perchting bringt. Nachdem wir den Ort durchfahren haben, überqueren wir die Straße und finden uns auf einer Schotterstraße wieder.


Ab hier geht es auf Schotterstraßen und kleineren Wegen kreuz und quer durch den Wald. Nach einer scharfen Rechts-Links-Kombination erwartet uns die erste echte Mountainbike-Abfahrt der Tour. Auf einem schlammigen Trampelpfad geht es leicht bergab, bis wir kurz später wieder auf eine weitere Schotterstraße treffen. Der folgen wir über große Lichtungen im Wald, bis wir schließlich am Schießstand der Bundeswehr ankommen. Wir fahren immer mit dem Zaun zu unserer Linken um den abgesperrten Bereich herum, bis wir an dessen westlichen Ende auf einen kleinen Anstieg treffen.

Impressionen von den Waldwegen

Aus unerfindlichen Gründen bin ich auf meiner Tour hier fälschlicherweiße nicht gerade aus weitergefahren, sondern nach links abgebogen. Dort fand ich dann einen kleinen, kaum zu erkennenden Pfad, der ebenso bergauf führte. In den GPS-Track dieser Tour habe ich beide Optionen inkludiert. Die Auffahrt über den steilen, wegen zahlreicher Äste und Moos auch rutschigen Weg könnte für Fans von fahrtechnischen Herausforderungen lohnenswert sein. Alle anderen fahren einfach geradeaus weiter.


Egal wie man den Gipfel des Hügels erreicht, danach kommt ein schöner, schneller Downhill auf einer breiten Schotterstraße, der uns für die Mühen entlohnt. Und nach einer kurzen Strecke zwischen Feldern hindurch sehen wir das Dorf Frieding am Horizont. Dieses umfahren wir aber kurzerhand und finden uns so nach einem kleinen Bergaufstück auf einer schönen asphaltierten Straße wieder. Auf der geht es rasant bergab mit der Möglichkeit, nach kurzer Fahrt auf einen Singletrail direkt neben der Fahrbahn zu wechseln. Wenn dieser auf einem Parkplatz links der Straße endet, müssen wir wiederum nach rechts auf den nächsten Schotterweg abbiegen. Dieser führt uns durch ein kleines Tal und wird mit der Zeit immer schmaler, bis wir nach einem kurzen Anstieg auf einem flowigem Singletrail landen.


Nach einer weiteren Straßenquerung und einem Stück Forstweg finden wir uns auf der nach Herrsching führenden Straße wieder. Dieser folgen wir nur einige Meter bergab, dürfen aber nicht die Linksabbiege auf den Andecheser Höhenweg verpassen. Eben diesem Höhenweg folgen wir in einem spaßigen Auf und Ab über Stock und Stein. Mehrfach passieren wir dabei Aussichtspunkte, von denen wir den Ammersee betrachten können. Doch nach etwas längerer Fahrt erblicken wir schließlich vor uns durch die Bäume das Kloster Andechs. Dies ist auch der Ort, an dem sich die größte Mountainbike-Herausforderung der Tour befindet.

Direkt nach rechts wartet die kurze und sehr steile Abfahrt in den Ochsengraben. Auf dem rutschigen Laub und mit teils stufenartigen Abfällen ist viel Gefühl am Bremshebel notwendig um diesen Abschnitt zu bewältigen. Wem aber die Abfahrt zu steil ist und wer sein Bike nicht schieben möchte, der kann geradeaus weiter und erreicht eine etwas leichtere Querung des Ochsengabens. Welche Route auch immer man wählt, am Ende führen uns beide zum Andechser Klosterberg. Diesen müssen wir in einem letzten Kraftakt bezwingen, um schließlich vom Vorplatz der Klosterkirche aus den grandiosen Blick auf die Alpen zu genießen.

Nach der kurzen Abfahrt vom Andechser Berg, die auch einen kleinen Abschnitt mit Stufen inkludiert befinden, schlängeln wir uns einmal durch das Dorf Erling, bis wir uns auf der Herrschinger Straße wiederfinden. Auf dieser geht es bergab, bis zur ersten Serpentine, wo wir nach links auf einen Schotterweg abbiegen. Es folgt eine rasante Abfahrt, an deren Ende wir uns nach links wenden. Auf Schotterwegen fahren wir nun immer leicht ansteigend durch den Wald, bis wir schon fast die Fischener Straße erreicht haben. Wer noch Kraft in den Beinen hat, der kann hier geradeaus weiter zu einem wunderschönen Fotoplatz oberhalb des Ammersees abfahren. Das Bergabstück sticht jedoch in seiner Fahrspaßwertung nicht besonders heraus, und zudem passieren wir auch im späteren Verlauf der Tour einen anderen Aussichtspunkt auf den See. Daher kann ich diese Erweiterung tatsächlich nur denen empfehlen, die bei dem anschließenden Anstieg ein paar mehr Höhenmeter sammeln wollen.

Der Blick auf den Ammersee

Ganz egal, ob wir die Abfahrt an den Ammersee mitnehmen oder nicht, schlussendlich finden wir uns auf der Fischener Straße wieder und müssen dieser ein gutes Stück bergauf folgen. In einer scharfen Rechtskurve biegen wir schließlich auf einen weiteren Höhenweg ab. Dieser bringt uns vorbei an großartigen Aussichten auf Ammersee und Alpen zu einer kleinen Bergwiese, über die nach links ein kaum erkennbarer Pfad bergab führt. Diesem folgen wir bis an den Waldesrand, wo es noch einmal kurz bergauf geht. Durch den Wald fahren wir dann auf dem letzten Singletrail der Tour hinab. Dieser ist aber noch einmal besonders lohnenswert. Er ist schon ein wenig in den Boden eingeschnitten und so lassen sich die Kurven fast wie sehr schmale Berms fahren.


Auf gut ausgebauten Schotterwegen geht es jetzt durch das Mesnerbichel wo wir die einzigartige Hügellandschaft des Naturschutzgebietes bewundern können. Wenn wir den Wegen weiter folgen, gelangen wir schließlich in das Dorf Machtlfing. Von hier müssen wir noch einmal ein gutes Stück über eine kleine Forststraße bis zum nächsten Ort: Aschering. Ab hier ist auch der Maisinger See ausgeschildert, ein sicheres Zeichen, dass wir unser Ziel fast erreicht haben. Wem nach einer Entlohnung für die Mühe ist, der kann sich am Maisinger Seehof Corona-konform mit einer Brotzeit zu mitnehmen ausstatten oder bei warmen Wetter sogar im See baden. Vom Seehof haus haben wir nur noch wenige Minuten zu fahren, bis wir schlussendlich unseren Parkplatz und Startpunkt erreichen, wo wir die Tour beenden.

Abendlicht am Maisinger See

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