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  • Niklas Kääb

Mit dem Mountainbike um den Hochkopf

Aktualisiert: März 25



Letztes Jahr haben ich und mein Freund Clemens eine schöne Mountainbiketour gemacht, um uns auf unserer Alpenüberquerung im Sommer 2020 vorzubereiten. Wir hatten eine längere Runde in zwei verschiedenen Loops geplant. Wenn ihr euch schon GPS-Track angesehen habt oder vom Post auf Komoot hierher gekommen seid, werdet ihr wahrscheinlich bemerkt haben, dass die Tour, die ich mit euch geteilt habe, viel kürzer ist.


Das ist so, weil nur der erste unserer zwei Loops in irgendeiner Form als akzeptable Route durchgeht. Der zweite… nun lasst mich sagen, dass ihr in diesem Fall nicht in unsere Fußstapfen treten möchtet. Die Geschichte unserer zweiten Runde ist zwar ebenfalls erzählenswert, aber ich habe beschlossen, sie in einen separaten Beitrag zu verschieben. Aber jetzt, ohne weitere Verzögerung, möchte ich euch etwas über den Teil erzählen, der tatsächlich wie geplant funktioniert hat.

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You can download the GPS Track here

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Mit dem Auto geht es zunächst zum Beginn der Mautstraße zwischen Walchensee und Jachenau, wo wir noch vor dem mautpflichtigen Teil auf einem Parkplatz halten können. Von hier an starteten wir als Erstes parallel zum Seeufer entlangradeln. Immer wieder lohnt es zu stoppen und die großartige Aussicht über den Walchensee zu genießen. Ich empfehle, so früh wie möglich in die Tour zu starten, da es in der Region besonders am Wochenende sehr voll werden kann. Wenn wir aber morgens die Ersten sind, gibt es genügend leere Bänke und Picknicktische an verschiedenen Orten entlang des Ufers. Und an denen können wir ein Frühstück mit einer absolut atemberaubenden Aussicht zu genießen.



Aussicht auf den Walchensee

Nach der kleinen Siedlung Altach biegen wir rechts auf eine Forststraße ab und beginnen mit unserem Anstieg. Die ersten Meter sind brutal steil, aber die Steigung lässt nach wenigen Kurven nach. Durch die Bäume haben wir immer wieder einen schönen Blick auf den Walchensee. Es gibt also genügend Gründe, sich beim Aufstieg gelegentlich kurz auszuruhen. Nach rund 2,5 Kilometern bergauf treffen wir auf eine von rechts kommende Forststraße. Ich diese Stelle mit einem Wegpunkt auf meinem GPS-Track markiert, damit ihr sie schnell identifizieren könnt. Diese Forststraße stellt eine bedeutende Abkürzung dar und erspart euch rund 6 Kilometer sowie etwa 200 Höhenmeter.


Das Ostufer durch die Bäume

Wir wollten aus Trainingsgründen mehr Höhenunterschied sammeln, also fuhren wir geradeaus weiter. Etwa 600 Meter nach dem Passieren der Abkürzung beginnt die erste Abfahrt unserer Tour. Es ist nur eine Schotterstraße, also noch nicht ganz das, wonach wir suchen. Die Aussichten, die wir am tiefsten Punkt unserer Bergabfahrt erblicken, sind jedoch sehr schön und durchaus lohnenswert. Von hier aus können wir über die östlichsten Ufer des Walchensees blicken, wo am versandeten Ausfluss des Jachen die Farbe des Wassers in ein wunderschönes Türkis verwandelt wird. Leider müssen alle schönen Dinge mit einem Preis verbunden sein, und direkt nach dem Aussichtspunkt müssen wir unseren Zahlen. Der zweite Teil des Aufstiegs in Richtung Hochkopfhütte beginnt hier. Der Aufstieg über eine sanft ansteigende Forststraße ist zwar angenehm zu fahren. Trotzdem geht er wieder ordentlich in die Beine. Zudem fehlen weitere motivierende Aussichten, da wir jetzt in einem kleinen Nebental komplett außer Sicht des Walchensees sind. Nach einiger Zeit kommen wir trotzdem an der Hochkopfhütte an und sollten dort eine kurze Pause einlegen, um den absolut atemberaubenden Blick auf das Karwendelgebirge zu genießen. Hierfür müssen wir allerdings auf die Terrasse der Hütte gehen, wo Fahrräder nicht erlaubt sind. Wer die Pause also wirklich nutzen möchte, der bringt am besten ein Fahrradschloss mit.

Die Aussicht von der Hochkopfhütte

Direkt an der Hochkopfhütte können wir auch unsere Abfahrt beginnen, denn der Trail startet gleich neben der Terrasse. Zuerst haben wir einen relativ breiten Singletrack, der mit Kies bedeckt ist. Wahrscheinlich, um den Weg zu stabilisieren, sind in regelmäßigen Abständen Baumstämme im Schotter eingegraben. Nur die Oberseiten dieser Stämme ragt über die Oberfläche hinaus. Einige davon können für kleine Sprünge genutzt werden, andere stechen jedoch so weit hervor, dass er Ausschlag unserer Hinterräder gut kontrolliert werden muss. Oder wir üben gleich einmal unsern Bunny-Hop und überspringen die Stämme komplett. Einige dieser Baumstämme führen auch zu Treppen oder befinden sich auf steilen Abschnitten des Pfades. Es gilt also durchaus etwas Vorsicht walten zu lassen. Aber aufgrund der Wanderer, die hier unterwegs sind, sollten wir ohnehin nicht zu schnell fahren. Nachdem wir die erste Forststraße gequert haben, wird der Weg steiler und enthält mehr felsige Abschnitte. Jetzt gibt es jedoch keine Baumstämme mehr. Die ganze Zeit geht es durch einen dichten Wald, sodass es auch im Sommer hier im Schatten der Bäume nicht zu heiß werden sollte. Der Weg wird steiler und mündet mit einer technischen Linkskurve in die nächste Forststraße. Auf dieser Straße muss man etwa 500 Meter weit bergauf fahren, danach geht rechts wieder ein Singletrail ab. Zunächst befinden wir uns auf einer spaßigen Flow-Section, die uns in den Zachengraben führt. Dieser erste Teil kann wirklich gut dazu verleiten, mit hoher Geschwindigkeit zu fahren, aber ihr solltet vorsichtig unterwegs sein.



Der Trail im oberen Bereich

Auf rund 1000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel endet die Flow-Section abrupt. Nach einer scharfen Linkskurve wechselt der Schwierigkeitsgrad zu einem eher technischen. Sobald der Trail deutlich schmaler wird, haben wir für den Rest des Weges immer einen steilen Abhang direkt rechts von uns. Ein Absturz wird also zu einer Nichtoption. Baumwurzeln bauen klare Stufen, und der Weg selbst ändert sein Charakter. Es gibt jetzt knietiefe Rinnen, die aus dem Pfad ausgewaschen sind und unsere Line auf die Breite eines Rades reduzieren. An einigen Stellen müssen wir diese Furchen queren oder durch Kurven hindurch an ihrem Rand entlangbalancieren.



Ein Beispiel für die ausgewaschenen Rinnen

Mann kann jedoch all diese Abschnitte komfortabel hinuntergehen, somit können sich auch etwas schwächere Fahrer an dieser Tour versuchen. Dennoch solltet ihr vorsichtig vorgehen, denn ein Sturz nach rechts führt unweigerlich mindestens zu schweren Verletzungen. Wir haben etwa die hälfte des Weges geschafft, wenn wir an kleinen hölzernen Stegen angekommen sind. Über die gilt es unser Fahrrad bergauf zu schieben. Und direkt danach beginnt die schwerste Einzelstelle der Abfahrt: In einem engen Zickzack und über Treppen fällt der Pfad zu einer kleinen Furt über einen Bach ab. Wer sein Hinterrad nicht umsetzen kann, der beginnt hier besser gleich zu schieben. Wenn diese Stelle geschafft ist, dann lässt das Gefälle nach und wir haben etwas Zeit, um die wunderschöne Landschaft um uns herum zu genießen. Der Bach zu unserer Rechten stürzt über kleine Felsrutschen mit schönen Pools dazwischen und die Gumpen scheinen uns förmlich zu einem Bad einzuladen. Nach einem kurzen Abschnitt vom Fluss entfernt erreichen wir einen kleinen Wasserfall, wo unser Trail unangenehm nahe an den Felsabbruch herankommt. So beeindruckend diese Stelle auch ist, so einfach ist sie aber auch zu fahren. Nur ein paar Kurven weiter gelangen wir auf eine andere Forststraße, die uns zurück zum Walchensee bringt.

Der Trail direkt neben dem Wasserfall

Hier ist der richtige Ort, um ein Bad im kalten Wasser zu genießen und den Schweiß zu waschen, bevor wir zum Auto zurückkehren


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