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Schöttelkarspitze - Ein Bayrisches Highlight

Aktualisiert: Mai 25



In meinen letzten beiden Blogs habe ich über zwei verschiedene Wanderungen gesprochen, für die jeweils längere Reisen notwendig waren. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass wir versuchen sollten, so viel wie möglich an unseren Heimatorten zu erleben, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Nur damit wir uns klar sind: Weder möchte ich niemandem verbieten, die Welt zu sehen, noch ich selbst das internationale Reisen aufgeben. Vielmehr möchte ich die Häufigkeit reduzieren, mit der ich international reise. Und was noch wichtiger ist, ich möchte dieses Ziel erreichen, ohne die Anzahl an atemberaubenden Abenteuern zu verringern, die ich mit euch auf diesem Blog teile. Daher habe ich jetzt eine Wandertour in der näheren Münchner Umgebung, die sich vor den zuletzt besprochenen Highlights in Muscat und Eidfjord in keiner weiße verstecken muss.

Der traumhafte Blick auf das Schöttelkar vom Feldernkreuz aus.
Das Schöttelkar vom Feldernkreuz aus gesehen.

Vier Gründe für die Tour

  • Eine hervorragende Aussicht auf die Zugspitze und Karwendel sowie Walchensee und Sylvensteinstausee. Und bei gutem Wetter sogar bis ins Inntal und zum Ötztal.

  • Trotz all dieser hervorragenden Aussichten befinden wir uns auf einer eher wenig frequentierten Route, da es andere deutlich populärere Berge in der Umgebung gibt.

  • Wir haben eine Tour, die viele alpine Elemente beinhaltet, wie das Wandern über einen Gipfelkamm und einen „Steig“. Alle diese Abschnitte erscheinen jedoch in ihrer wahrscheinlich zugänglichsten und am besten handhabbaren Form, sodass dies eine perfekte Route für diejenigen ist, die sich an ihre erste hochalpine Wanderung Herranwagen wollen.

  • Wir haben eine Tour, die zwar nicht besonders schwierig, aber ziemlich lang ist und es uns ermöglicht, bei Ausdauer und Kraft ordentlich gefordert zu werden.

KAR Schoettelkarspitze und Lakeiensteig
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Die Tour


Die Isar im Sommer, wie sie durch Krün führt
Die Isar in Krün

Im Dorf Krün können wir auf dem Wanderparkplatz direkt am Fluss parken. Von hier aus kann man bereits das Kreuz auf dem Gipfel des Signalkopfs entdecken, der sich nur wenige Hundert Meter rechts von unserem ersten Berggipfel befindet: Auf den Seinskopf wollen wir als erstes. Wir gelangen dorthin, indem wir der hervorragenden Beschilderung des Deutschen Alpenvereins folgen, insbesondere dem mit der Nummer 357 gekennzeichneten Weg. Einige andere Routen würden uns zwar auch nach oben führen, aber dieser ist der Direkteste und schönste.


Nachdem wir die Isar überquert haben, biegen wir rechts auf eine Forststraße ab und dann sofort links auf einen kleinen Pfad. Diese Linkskurve ist durch hohes Gras und Gebüsch gut versteckt, daher sollten wir hier ein wenig aufpassen. Falls es Zweifel bezüglich der Route gibt: Gleich an der Isar-Brücke steht eine großartige Wanderkarte der Region, und mit einem Foto haben wir die sofort in der Hosentasche. Nach unserer Linkskurve gehen Sie einen schmalen, aber gut gepflegten Weg hinauf. Es enthält einige kleine Stufen, wird aber nie zu steil für bequemes Wandern. Nachdem der Weg nach rechts abgebogen ist, überqueren wir einen Wanderweg sowie eine Forststraße, wobei wir unsere generelle Laufrichtung einfach beibehalten.


Der traumhafte Alpenblick vom Schwarzkopf im Sommer
Die Aussicht vom Schwarzkopf

Von hier aus dauert es nicht mehr lange, bis das Geräusch von Wasser zu Ihrer Rechten die Anwesenheit der Hüttelbachklamm signalisiert. Damit endet der entspannte Spaziergang und es beginnt der erste steilere Abschnitt. Wir steigen den Weg hinauf bis zum ersten Minigipfel, dem Schwarzkopf (1110 m). Um dieses kleine Ding einen Berg zu nennen, wahrscheinlich ein Affront gegen alle anderen Gipfel um ihn herum. Die Aussicht ist genau wie die Höhe weitaus geringer als das, was noch kommen wird. Und trotzdem ist der Fernblick jetzt schon spektakulär. Direkt beim Schild, welches uns bestätigt, dass wir tatsächlich auf dem Schwarzkopf stehen, biegen wir nach rechts ab. Es ist gleichzeitig für lange Zeit die letzte Chance, uns zu verlaufen, denn von hier kommen bis kurz vor dem Gipfel keine Abzweigungen mehr. Der Weg wird steiler und steiler, bis wir ein Schotterfeld erreichen, welches es durch den Wald zu erklimmen gilt. Nach diesem Abschnitt lässt die Steigung etwas nach und die Bäume werden immer kleiner. Von nun an sollten wir hin und wieder die Gelegenheit nutzen, uns umzudrehen und die Aussicht in Richtung Zugspitze zu genießen. Nach dem Überqueren eines kleinen Baches kreuzt sich der Weg frontal mit dem Herzogensteig.

Wir biegen an dieser Kreuzung rechts ab, müssen einige enge Kurven hinaufsteigen und sollten im Anschluss den ersten spektakulären Aussichtspunkt unsrer Wanderung (1690 m) erreichen. Wenn wir auf einem breiten Kamm ankommen, können wir über ein steiles und schmales Tal hinausblicken und dahinter das endgültige Ziel unserer Tour bewundern: die Schöttelkarspitze. Von hier aus nimmt der alpine Charakter unserer Wanderung zu. Es gibt steile Abschnitte über nackte Felsen und losen Kies dazwischen. Offensichtlich ist dieser Weg stark frequentiert, da einige der Felsbrocken von vielen Schuhen glatt geschliffen wurden. Daher würde ich erwarten, dass dieser Pfad bei Regen ziemlich rutschig wird. Das wiederum veranlasst zu einer Warnung: Der Rest der Strecke ist für nasses Wetter gleichermaßen ungeeignet. Die Wettervorhersage sollte also gut sein, wenn wir uns an dieser Tour versuchen wollen. Nach dem Überqueren der Baumgrenze wird der Weg noch einmal steiler, aber jetzt sind wir nur wenige Minuten vom Seinskopf (1961 m) entfernt. Wenn wir den Sattel erreicht haben, empfehle ich, rechts vom eigentlichen Gipfel abzubiegen und einige Meter bergauf zu laufen, bis wir an einen Pausplatz mit hervorragender Aussicht ankommen. Von hier aus können wir jetzt den Walchensee, die Zugspitze und das Karwendelgebirge um uns herum bewundern.

Der erste Ausblick auf die Schöttelkarspitze im Sommer bei strahlendem Sonnenschein
Der erste Ausblick auf die Schöttelkarspitze
Der Ausblick auf den Walchensee vom Seinskopf aus, auf der rechten Seite befindet sich die Schöttelkarspitze
Ausblick vom Seinskopf in Richtung Walchensee, ganz rechts die Schöttelkarspitze

Nach einer Pause können wir die paar Meter zurück zum Sattel laufen und haben nun die Wahl zwischen zwei verschiedenen Routen. Wenn wir den nächsten Teilabschnitt über den Gipfel des Seinskopfs wandern möchten, solltet ihr euch darüber im Klaren sein, dass es auf diesem Weg zwei kurze und steile Abschnitte gibt. Für diese Passagen ist tatsächliches Kraxeln erforderlich und das auch noch bergab. Während diese beiden Sektionen wirklich nicht groß sind, können sie für unerfahrene Wanderer eine erhebliche Herausforderung darstellen, vor allem weil ein Absturz hier definitiv nicht drin ist. Wenn euch dieser Weg zusagt, könnt ihr am Sattel eine andere Route wählen. Diese verläuft parallel zur Ersteren oft nur wenige Meter unterhalb. Dieser Weg ist aber viel überschaubarer und von freundlicherer Natur. Nachdem sich beide Pfade an der Schafkehre (1871 m) wieder vereinigt haben, bleibt nur noch ein kurzer Aufstieg, bis wir das Feldernkreuz (2048 m) und den ersten Punkt unserer auf Wanderung über 2000 m Höhe erreichen. Dieser Gipfel markiert gleichzeitig den Beginn der Gratquerung, die es nun zu bewältigen gilt. Die Verbindung zur Schöttelkarspitze (2050 m) führt uns zunächst steil bergab, bevor sie wieder auf den höchsten Berg unserer Tour ansteigt. Der Weg auf dem Grat ist, wenn auch für einen Bergkamm im Karwendel recht breit, immer noch ein Gipfelgrat. Mit Abgründen von mehreren Hundert Metern auf beiden Seiten ist er definitiv nichts für Wanderer mit Höhenangst.

Die Aussicht vom Schöttelkar in Richtung Sylvenstein
Aussicht vom Schöttelkar in Richtung Sylvenstein...
Die Aussicht auf den Soiernsee, versteckt zwischen den Bergen
... und auf die Soiernseen

Wenn wir dem Kamm zu trotzen, werden wir belohnt mit einem großartigen Ausblick auf die Zugspitze und den Walchensee, und noch weiter bis zum Sylvensteinstausee. Wenn wir mit dem Wetter Glück haben, ist sogar das Inntal im Süden sichtbar. Von hier an geht es nur noch bergab. Des bezieht sich jedoch ausschließlich auf die Höhenmeter, denn auch nach dem Gipfel erwarten uns ein paar weitere Highlights. Der Pfad zum Soiernhaus (1576 m) ist gut gepflegt und in ausgezeichnetem Zustand und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Soiernseen (1556 m). Wenn ihr euch entscheidet, zum Seeufer hinabzusteigen, um eure Füße in das kalte Wasser zu tauchen, kann ich das nur empfehlen. Die Kulisse hier ist wirklich malerisch. Durch die Pause am See wird jedoch ein zusätzlicher, kurzer Aufstieg zurück zum Soiernhaus notwendig, da sich der Einstieg in den Lakeinsteig direkt am Haus befindet. Der Lakeinsteig folgt dem Berg entlang als schmaler Pfad mit einem steilen Abfall immer auf der rechten Seite. Es ist wieder nicht der richtige Weg, wenn ihr Höhenangst habt. Glücklicherweise gibt es eine bequemere Option. Von den Seen aus kann man auch über einen leichten Pfad zur Materialseilbahn der Häuser absteigen und anschließend eine Forststraße nutzen. Aber der Steig ist definitiv die aufregendere Option. Es bietet eine atemberaubende Aussicht, ist relativ leicht zu wandern (wenn Sie keine Höhenangst haben) und bringt tatsächlich weniger zusätzliche Höhenmeter als die Forststraßenoption.

Der fabelhafte Blick vom Lakeinsteig
Die Aussicht vom Lakeinsteig

Der Lakeinsteig trifft an der Fischbachalm (1405 m) wieder auf die Forststraße und von hier aus ist es nur noch ein langes Bergabstück über die Schotterstraße zurück zum Parkplatz. Auf jeden Fall kein Teil des Wanderns, den ich mag, aber die Tour macht diesen Abschnitt mit all seinen anderen Höhepunkten mehr als wett.



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